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Einleitung in das Neue Testament

  • Erscheinungsdatum: 17.01.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Einleitung in das Neue Testament

In übersichtlicher, gut lesbarer Form stellen die AutorInnen dieses Studienbuchs das Grundwissen der neutestamentlichen 'Einleitung' auf dem neuesten Stand der Fachdiskussion dar. Inhaltlich stehen die Einzelschriften im Vordergrund, die hinsichtlich ihrer Struktur, ihrer Entstehung (Zeit, Ort, Verfasser, Traditionen/Quellen, Teilungshypothesen) und ihres spezifischen Diskurses (kulturelles Milieu, Situation, Inhalte) diskutiert werden. Die AutorInnen der einzelnen Kapitel sind: Martin Ebner (Münster), Marlis Gielen (Salzburg), Gerd Häfner (München), Martin Karrer (Wuppertal), Matthias Konradt (Bern), Joachim Kügler (Bayreuth), Dietrich Rusam (Bonn), Thomas Schmeller (Frankfurt), Stefan Schreiber (Münster), Michael Theobald (Tübingen). Prof. Dr. Martin Ebner lehrt Exegese des Neuen Testaments an der Universität Bonn. Prof. Dr. Stefan Schreiber lehrt Neutestamentliche Wissenschaft an der Universität Augsburg.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 604
    Erscheinungsdatum: 17.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170234864
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 4014 kBytes
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Einleitung in das Neue Testament

B. I. Die synoptische Frage

(Martin Ebner)

Es ist kein Geheimnis: Die drei ersten Evangelien, das Matthäus-, das Markus- und das Lukasevangelium, zeigen in Aufbau und Abfolge ihrer Jesusstory frappante Übereinstimmungen - ganz im Gegensatz zum vierten Evangelium, dem Johannesevangelium, das geradezu eine eigene erzählerische Welt aufbaut ( B.VII.2.1.3). Die Übereinstimmungen der drei ersten Evangelien, oft bis in den Wortlaut hinein, fallen besonders in die Augen, wenn man sie nebeneinander schreibt und in der "Zusammenschau", also in der "Synopse" (von griech. d nió / synopsis ), betrachtet. Deshalb werden auch die Bücher, in denen der Text der ersten drei Evangelien nebeneinander abgedruckt ist, "Synopsen" und die drei ersten Evangelien entsprechend "synoptische" Evangelien genannt. Liest man die drei ersten Evangelien synoptisch nebeneinander, fallen jedoch nicht nur die großen Übereinstimmungen, sondern zugleich auch die großen Unterschiede in die Augen. Die sog. "synoptische" Frage, die sich aus diesem auffälligen Textbefund ergibt, lautet deshalb: Wie sind diese großen Übereinstimmungen bei gleichzeitig erheblichen Unterschieden erklärbar? Hatten alle drei Evangelien die gleiche Vorlage? Oder gibt es Verbindungslinien zwischen den drei ersten Evangelien, haben sie also eine miteinander verwobene Geschichte?
1. Ein authentischer Fingerzeig: Lk 1,1-4

Dass unsere Evangelien nicht als fertige Texte vom Himmel gefallen sind, sondern auf eine lange mündliche und schriftliche Vorgeschichte zurückschauen, bezeugt Lk im Vorwort zu seinem Evangelium:

1 Nachdem es schon viele unternommen haben, eine Erzählung (d Gamma d ) auf die Reihe zu bringen über die Ereignisse (pi Gammami ), die sich unter uns erfüllt haben, 2 wie sie uns diejenigen, die von Anfang an Augenzeugen ( ópi ) und Diener des Wortes geworden sind, überliefert haben, 3 schien es auch mir gut, nachdem ich allem von vorn akribisch ( beta ) nachgegangen bin, es der Reihe nach dir aufzuschreiben, bester Theophilus, 4 damit du erkennst die Zuverlässigkeit der Worte, über die du katechetisiert worden bist ( th ) (Lk 1,1-4).

Lukas unterscheidet vier Traditionsstufen: Am Anfang stehen Ereignisse, die (1) von "Augenzeugen" wahrgenommen und dann (2) mündlich verkündigt werden ("Diener des Wortes"). Die unmittelbare Vorstufe für Lk sind jedoch (3) schriftlich vorliegende "Erzählungen", in denen die Einzelereignisse bereits zu einer Ereignisfolge aneinandergereiht sind. Lk selbst legt, nach gründlicher Revision dieser Traditionskette, erneut eine eigenständig organisierte Erzählung vor, die das Ziel verfolgt, dem Adressaten "Gewissheit" über das zu geben, was er - vermutlich in der mündlichen Katechese der Gemeinde - gehört hat.

Lk legt Wert darauf, dass er sich in eine lange Traditionskette einreihen kann. Das ist ein ausgesprochenes Gütesiegel in der Antike. Sie hat ein ganz anderes Verständnis von "Originalität" als wir heute. Dem absolut Neuen, dem noch nie Dagewesenen, also dem "Originellen" in unserem Sinn, fehlt die Patina der Würde einer langen Tradition - und damit die Legitimation. Wertvoll ist allein das "Originale" (von lat. origo = Ursprung), also das Alte, das in eine lange Vergangenheit zurückreicht und auf den Ursprung zurückgeht - und, über eine lange Traditionskette, trotzdem mit der Gegenwart in Verbindung steht. Im Sinn des Lk und der Antike mit den Mitteln der Moderne nach der Entstehungsgeschichte der Evangelien zu fragen, bedeutet deshalb gerade nicht, ihre "Originalität" in ihrem Wert zu mindern, sondern diesen Texten die Würde einer langen Tradition zu bescheinigen. Die Frage ist nur: Wo und wie sind diese Vorstufen greifbar? Gehören auch das MkEv und das MtEv zu den "Erzählungen", auf die sich Lk stützt?
2. Der Textbefund

2.1 Übereinstimmungen zw

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