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Ende gut - alles gut!? Beiträge zur Eschatologie aus pfingstlicher Sicht von Dost, Ole (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.09.2016
  • Verlag: Forum Theologie & Gemeinde
eBook (ePUB)
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Ende gut - alles gut!?

'Ende gut ... alles gut!' - So könnte das (erhoffte und gewünschte) Fazit zur christlichen Endzeiterwartung lauten. Allerdings wird diese Kurzformel den vielen Fragen und Spekulationen nicht gerecht; auch blendet es aus, dass ganz unterschiedliche 'Endzeitszenarien' in christlichen Kreisen verbreitet wurden (und werden). Wer sich jedoch ernsthaft mit den Aussagen der Bibel zur Endzeit befassen möchte, kommt an der Verkündigung Jesu und der Apostel nicht vorbei. Die erste Christenheit hoffte auf die nahe Wiederkunft Christi (1Thess 4,13ff), um an der Vollendung seiner messianischen Herrschaft teilzuhaben. Diese eschatologische (Nah-)Erwartung geriet im Laufe der Kirchengeschichte in den Hintergrund. Nur Randgruppen entdeckten sie wieder, darunter die frühe Pfingstbewegung, die erwartungsvoll und mit Glauben betete: 'Herr, komme bald!' Dieser Band soll dem Leser helfen: 1. die Endzeitbotschaft Jesu im Lichte des frühjüdischen Hintergrunds besser zu verstehen; 2. die lebhafte Erwartung der Wiederkunft Christi (Maranatha) als Kern der christlichen Hoffnung und Spiritualität neu zu würdigen; 3. dem 'Verlust der Naherwartung der Wiederkunft Christi' (Olpen) in der westlichen Pfingstbewegung entgegenzuwirken und zu neuer Vitalität verhelfen. Schließlich soll auch ein Einblick in die Entwicklung der Eschatologie innerhalb der Pfingstbewegung gewährt werden. Der letzte Beitrag endet daher in einem Plädoyer für eine Erneuerung der eschatologischen 'Naherwartung'. Mit Beiträgen von: Ole Dost, Hubert Jurgensen und Bernhard Olpen Ole Dost, Studienrat und Pfarrer der Evangelischen Kirche in Württemberg. Nach seinem Studium am Theologischen Seminar BERÖA schloss sich ein Studium der Evangelischen Theologie an der Universität Tübingen an. Dort beschäftigte er sich u. a. mit den Textfunden aus Qumran, was seine Neugierde weckte und zu weiteren Forschungen bzgl. des frühen Judentums führte. Derzeit ist er für den Religionsunterricht an den Gymnasien in Sulz am Neckar und Oberndorf am Neckar verantwortlich. Dr. Hubert Jurgensen hat sich im Rahmen einer Promotion an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Straßburg und als langjähriger theologischer Dozent an pfingstlichen Theologischen Seminaren mit dem Thema der neutestamentlichen Eschatologie intensiv beschäftigt. Es ist ihm ein großes Anliegen, zu einem ausgewogenen und biblisch fundierten Umgang mit den damit verbundenen Fragen innerhalb der Pfingstbewegung beizutragen. Dr. Bernhard Olpen, leitender Pastor des 'Christlichen Zentrums Düsseldorf' (CZD), Dozent für Neuere Kirchengeschichte am Theologischen Seminar BERÖA sowie stellvertretender Leiter des Theologischen Ausschusses des BFP. Er ist Autor mehrerer Bücher zu geschichtlichen und kirchengeschichtlichen Themen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 15.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942001304
    Verlag: Forum Theologie & Gemeinde
    Größe: 613 kBytes
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Ende gut - alles gut!?

B Die Wiederkunft Christi erwarten - Ein neuer Blick auf 1. Thessalonicher 4,13-5,11 aus pfingstlicher Perspektive 1

Hubert Jurgensen

1 Einführung

In einem kürzlich in dieser Zeitschrift erschienenen Aufsatz stellt Steven J. Land fest: "Es ist offensichtlich, dass es eine spezifisch apokalyptische pfingstliche Spiritualität gibt, aber genauso klar ist, dass diese Spiritualität aufs Neue untersucht werden muss." 2 Aus derselben Überzeugung habe ich mich als pfingstlicher Exeget des Neuen Testaments gedrungen gefühlt, meine Aufmerksamkeit erneut auf die Frage der Apokalyptik im Neuen Testament zu richten und über ihre Bedeutung für die Gegenwart nachzudenken. 3 Aus zwei verschiedenen Richtungen sah ich mich ermutigt, die Untersuchung dieser Thematik voranzutreiben: zum einen durch die zentrale Rolle der Apokalyptik im Urchristentum, wie sie Ernst Käsemann herausgearbeitet hat 4 , zum anderen durch die Bestätigung der engen Verbindung zwischen der Betonung des Werkes des Heiligen Geistes und der lebhaften Erwartung der Wiederkunft Christi, auf die nichtpfingstliche Exegeten und Historiker hingewiesen haben 5 . Die Hypothese einer Verbindung zwischen den Manifestationen des Heiligen Geistes und apokalyptischer Spiritualität scheint vielversprechend zu sein. 6

Zahlreiche neutestamentliche Textstellen weisen Spuren einer "apokalyptischen Spiritualität" im Urchristentum auf. Haben die Hauptströmungen der Christenheit diese Spiritualität häufig gescheut, weil seit dem 2. Jahrhundert eine der wichtigsten Aufgaben der Theologie darin bestand, die Apokalyptik aus dem kirchlichen Dogma zu eliminieren, so hat die Pfingstbewegung einen Teil ihrer Dynamik gerade aus ihr gezogen. Jedoch hat die enthusiastische Erwartung der Wiederkunft Christi zuweilen Spekulationen im Blick auf Daten heraufbeschworen, ähnlich wie es auch schon in früheren nonkonformistischen Bewegungen (z. B. Montanismus, Pietismus, Adventismus) der Fall gewesen war. Pfingstliche Lehre hat sich nicht nur auf den eschatologischen Diskurs der Synoptiker der Johannesapokalypse fokussiert, sondern auch auf die "kleine paulinische Apokalypse" (1Thess 4,13-5,11; 2Thess 2,1-11). Besonders der erste dieser beiden Texte wird als Beleg für die dispensationalistisch inspirierte pfingstliche Sicht des Prämilleniarismus herangezogen. 7

Ich bin aus zwei Gründen auf 1. Thessalonicher 4,13-5,11 aufmerksam geworden: erstens durch die zentrale Bedeutung der Perikope für die neutestamentliche Lehre der parousia Christi sowie die Intensität, mit der sie die Naherwartung des Urchristentums zum Ausdruck bringt, zweitens durch die kontroverse Behandlung, die die Stelle in der christlichen Auslegungsgeschichte und Dogmatik erfahren hat. In der Tat gibt es ungeachtet aller Zurückweisung der Apokalyptik in der christlichen Theologie eine andauernde Debatte über die hermeneutische Bedeutung dieses Textes. 8 Im eigentlichen Mittelpunkt dieser Diskussion steht 1Thess 4,13-18 - ein Text, dem eine Vielzahl unterschiedlicher Auslegungen zuteilgeworden ist. Ein wesentlicher Grund der Meinungsverschiedenheiten besteht darin, dass Ausleger den Text nicht für sich selbst sprechen lassen, sondern ihn bewusst oder auch nicht mit allerlei Vorannahmen unterlegen. Eine Auslegung, die dem Text völlig gerecht werden möchte, muss auf sorgfältiger Exegese beruhen, die sich von jedweden Vorurteilen freihält - abgesehen von denjenigen des Textverfassers selbst, die zu eliminieren der Ausleger als "Historiker des Textes" nicht berechtigt ist.

Im vorliegenden Aufsatz möchte ich erstens die Bedeutung jener Worte herausarbeiten, die Paulus

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