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Erinnerung an die Zukunft Das Zweite Vatikanische Konzil

  • Erscheinungsdatum: 05.12.2013
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
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Erinnerung an die Zukunft

Das II. Vaticanum hat das Selbstverständnis der katholischen Kirche erneuert und eine dialogische Öffnung zur Moderne vollzogen. Das große und erfreulich positive Echo, das der vorliegende Band gefunden hat, ist Anlass für diese aktualisierte und um einige Beiträge erweiterte Neuauflage. 'Hier kommt der neueste Stand der Forschung zur Sprache. Studierende und Lehrende der Theologie werden auf dieses Kompendium kaum verzichten können.' (S. Pemsel-Maier) Jan-Heiner Tück, Dr. theol., geb. 1967, Professor für dogmatische Theologie an der Universität Wien, Schriftleiter der Internationalen Katholischen Zeitschrift COMMUNIO; freier Mitarbeiter bei der Neuen Zürcher Zeitung. Kurt Appel, geb. 1968, Dr. phil. Dr. theol., Studium der Katholischen Theologie, Philosophie, Geschichte und Germanistik an der Universität Wien, seit 2011 Professor für Theologische Grundlagenforschung an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, seit 2010 Gastprofessor an der Facoltà Teologica dell Italia Settentrionale, seit 2010 Sprecher der interdisziplinären Forschungsplattform 'Religion and Transformation in Contemporary European Society' an der Universität Wien Albert Gerhards, geb. 1951, Dr. theol., Professor für Liturgiewissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Ernst Fürlinger, geb. 1962, Dr. theol., Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Religionspädagogik der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Dr. theol., Professorin für Christliche Gesellschaftslehre am Institut für Sozialethik der Katholisch-Theologischen Fakultät Wien. Helmut Hoping, geb. 1956, Dr. theol., Professor für Dogmatik und Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg i.Br. Peter Hünermann, Prof. Dr. Dr. h.c., geb. 1929, nach Studien der Philosophie und Theologie in Rom, München und Freiburg Professor für Dogmatik in Münster und Tübingen. Mitbegründer und langjähriger Präsident der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie. Martin Jäggle, geb. 1948, Dr. theol., Professor für Religionspädagogik und Katechetik an der Universität Wien. Walter Kasper, geb. 1933, Professor für Dogmatik, 1989-1999 Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart. 1999 nach Rom berufen, 2001 zum Kardinal erhoben, bis 2010 Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Kurt Kardinal Koch, geb. 1950, Dr. theol. habil., seit 2010 Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Roman Kühschelm, geb. 1952, ordentlicher Universitätsprofessor Mag. Dr., Institut für Bibelwissenschaft / Abteilung Neues Testament, Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien. Rudolf Langthaler, geb. 1953 in Amstetten (Niederösterreich); Studium der Philosophie, Katholischen Theologie und Germanistik. Promotion zum Dr. phil 1978; Habilitation in Philosophie an der Universität Wien 1988. Professor für Philosophie an der Katholischen Privatuniversität Linz von 1991-1999; seit 1999 o. Univ.-Prof. für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Johann Reikerstorfer, geb. 1945, Dr. phil., Dr. theol., emeritierter o. Universitäts-Professor, 1979-2011 Vorstand des Instituts für Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, seit 1994 enge wissenschaftliche Kooperation mit Johann Baptist Metz. Hans Schelkshorn ist ao. Professor am Institut für Christliche Philosophie der UniversitätWien. Dr. theol., Professor für Moraltheologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 2001-2016 Mitglied des Deutschen Ethikrats, seit 2009 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, seit 2010 Mitglied in der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Christoph Kardinal Schönborn, geb. 1945, ist Mitglied des Dominikanerordens und seit 1995 Erzbischof von Wien. Er war Sekretär der Redaktions-Kommission für den Katechismus der Katholischen

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 760
    Erscheinungsdatum: 05.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451800344
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 4896 kBytes
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Erinnerung an die Zukunft

... in mundo huius temporis ...

Die Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils im kulturellen Transformationsprozess der Gegenwart: Das Textcorpus des Zweiten Vatikanischen Konzils ist ein konstitutioneller Text des Glaubens

Peter Hünermann, Tübingen

Zur Eröffnung des Wiener Symposions "Erinnerung an die Zukunft" möchte ich einige Gedanken über "die Bedeutung des II. Vatikanums im kulturellen Transformationsprozess der Gegenwart" vortragen und mit einer Vorbemerkung beginnen, die das Konzil als ein gefährliches Unternehmen kennzeichnet.

Ich möchte dies in wenigen Strichen begründen.

Wir stehen nicht nur in Europa, sondern in ähnlicher Weise in Kanada und den USA wie in den lateinamerikanischen Ländern in einer tiefgreifenden Kirchenkrise. Es zerbröselt gleichsam der Sockel, auf dem das Glaubensleben der Menschen, die Kirche, in den zurückliegenden Jahrhunderten gebaut war. Der rapide Rückgang der Gottesdienstbesucher, das Ausscheren der jüngeren Bevölkerungsschichten aus dem Überlieferungsprozess des Glaubens, sind beängstigend. Der Schrumpfungsprozess der geistlichen Berufungen in Korrelation zu den katholischen Bevölkerungszuwächsen ist inzwischen zu einem immensen Problem geworden. Das Konzil war angetreten unter der Hoffnung auf ein neues Pfingsten. Ist nicht das Gegenteil der Fall?
Darüber hinaus ziehen sich - quer durch die Gemeinschaft der Glaubenden - scharfe Auseinandersetzungen um das Verständnis des Konzils. Sie sind wie trennende Gräben in der kirchlichen Landschaft. Was steht in kathpedia, der von Linz aus gesteuerten katholischen Enzyklopädie nicht alles zu lesen! Es hat mir die Sprache verschlagen.
Nach der Ansprache Papst Benedikts in Freiburg, einer Begegnung mit hochengagierten Christen, Männern und Frauen, hatte man den Eindruck: Es gibt keinen Dialog in der Kirche. Kirche wird administriert. In diesem Kontext die Bedeutung des Konzils in einem Vortrag erörtern: Ein gefährliches, weil der akuten Gefahr von Missverständnissen, Verwirrungen, Streitereien ausgesetztes Unternehmen.
Hinzu kommt, dass das Corpus der Konstitutionen, Dekrete und Erklärungen des Zweiten Vatikanischen Konzils keineswegs in allem völlig ausgeglichen und transparent ist. Um ein Bild zu gebrauchen: Das Konzil hat den riesigen Acker, Gottes Saatfeld, umgebrochen, aber die Schollen liegen noch groß und schwer da. Es muss geeggt und gesät werden, damit der Acker Frucht trägt. Von daher die gesteigerte Gefährlichkeit des Versuchs, in einem Beitrag die Bedeutung des II. Vatikanums mit seinen vielen Dokumenten im unübersichtlichen kulturellen Transformationsprozess der Gegenwart zu umreißen. 1
Dieses Unternehmen trägt nur Frucht, wenn wir uns gemeinsam einlassen auf die Regel, die Ignatius von Loyola am Beginn seines Exerzitienbüchleins dem, der die Exerzitien gibt, und dem Exerzitanten ans Herz legt: "... dass jeder gute Christ bereitwilliger sein soll, die Behauptung des Nächsten zu retten als sie zu verdammen; und wenn er sie nicht retten kann, so frage er, wie er sie verstehe ...". Nur so kann die Isolierung, können die Sprachlosigkeiten, die Unterstellungen von Einseitigkeiten und Missverständnissen überwunden werden.

Wir beginnen mit einer These, welche die Überschrift des Vortrages erläutert und die Gliederung anzeigt:

Dem Zweiten Vatikanischen Konzil kommt in der Abfolge der Konzilien eine eigene Stellung zu:

Veranlasst durch die Moderne,

stellt das Zweite Vatikanische Konzil eine theologische Besinnung auf die gesamte Traditionsgeschichte der Kirche dar,

konzentriert in zwei Reihen von

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