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Geborgen und frei Mystik als Lebensstil. - Überarbeitete Neuausgabe von Stutz, Pierre (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.07.2018
  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
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Geborgen und frei

Mystisches Leben heute Inspiriert von den größten Mystikern und Mystikerinnen der letzten zweitausend Jahre lädt Pierre Stutz mit diesem Buch ein zu einem leidenschaftlich-offenen, ökumenischen Christsein. Dieses Buch antwortet auf eine Sehnsucht unzähliger Menschen, die sich auf der spirituellen Suche befinden: die Sehnsucht, eine lebensbejahende Spiritualität da zu finden, wo wir kulturell zu Hause sind - im Christentum. Pierre Stutz, geb. 1953, ist Theologe und weit bekannter spiritueller Begleiter. Bestseller-Autor. Rege Kurs- und Vortragstätigkeit im ganzen deutschsprachigen Raum. Pierre Stutz lebt in Lausanne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 23.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641235086
    Verlag: Kösel
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Geborgen und frei

"Wie im Himmel" heißt der Glücksfall eines schwedischen Filmes ( 2004 ) von Kay Pollak, der ganz unscheinbar und unaufhaltsam viele Herzen bewegt und berührt. Daniel Dareus ist ein berühmter Dirigent, auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Ein Herzinfarkt wirft ihn auf sich selbst zurück. Er wagt eine Reise nach innen und zieht sich alleine an seinen Ursprungsort zurück. Langsam gewinnt er in seinem kleinen Heimatdorf wieder Vertrauen in das Leben.

Er findet durch die Begegnung mit dem kleinen Kirchenchor zu seiner Leidenschaft zurück, zur Musik. Seine unkompliziert bescheidene Art und Weise als neuer Leiter dieses Chores öffnet die Herzen der zehn Mitglieder. Er führt sie zu sich selbst, weil er aus der Hoffnung lebt, dass jede und jeder seinen eigenen Grundton hat und dass alle Musik schon da ist. Seine Lebensweisheit lässt sich mit wenigen Worten umschreiben: "Alles beginnt mit dem Hören." Im Horchen auf den Atem, in der Kraft des Daseinkönnens ereignet sich die Verbindung zwischen dem persönlichen Ton und der gemeinsamen Lebensmelodie.

In diesem eindrücklichen Film begegnen mir die großen Lebensthemen mit einer Leichtigkeit, die die Härte des Lebens nicht ausklammert. Ich entdecke darin jene mystische Grundhaltung, die uns Menschen nicht auf unsere Mängel fixiert, sondern uns Ansehen schenkt im Hervorheben unserer unerschöpflichen Wachstumsmöglichkeiten, unserer einmaligen Ressourcen. Es ist für mich eine Wohltat, teilhaben zu können am Aufblühen von ganz unterschiedlichen Menschen. Das gemeinsame Singen bewegt sie zu einer befreienden Offenheit, die viel Verlogenes, Totgeschwiegenes freilegt. Sie führt zu einem authentischen Dasein, das Konflikte nicht mehr überspielt. Zwei zentrale Aspekte, die in jeder mystischen Biografie auftauchen:

Menschen, die wirklich der Kraft ihres Daseins, dem Ursegen trauen, werden innerlich frei.
Sie sind weniger manipulierbar. Sie werden ermächtigt zum aufrechten Gang. Sie hinterfragen familiäre, politische und kirchliche Institutionen, die durch ungesunde Abhängigkeiten und durch Angst Macht ausüben wollen.
Einer der bewegendsten Momente im Film ist darum für mich der Soloauftritt von Gabriella beim gemeinsamen Konzert. Seit Jahren wird sie von ihrem Mann geschlagen. Alle im Dorf wissen es, doch niemand wehrt sich mit ihr, bis die heilsame Weggefährtenschaft im Chor zur Befreiung bestärkt. Mit ihrer kraftvollen Stimme singt sie von ihrer Sehnsucht, ihr Leben wirklich zu leben im Wissen, dass sie gut genug ist. Sie will ihr Selbst nicht mehr schlummern lassen, sondern es entfalten, auch zum Wohle ihrer Kinder.

Diese lebensbejahende Spur will ich in der christlichen Tradition hervorheben. Sie ist bis heute spürbar in den Erzählungen von den heilenden Begegnungen Jesu, die zum wirklichen Leben verführen! Im Laufe der Kirchengeschichte wird sie manchmal zugedeckt durch eine lebensverneinende Fixierung auf Schuld und Sünde, ohne jedoch völlig verloren zu gehen. Mystische Menschen betonen unermüdlich, dass im Anfang nicht die Ursünde, sondern der Ursegen ist. Wie anders könnte die bedingungslose Liebe Gottes glaubwürdig erlebbar werden? Der Theologe Johann Baptist Metz betont zu Recht, dass Jesu erster Blick nicht der Sünde der anderen, sondern dem Leid der anderen gilt. Ich ergänze diesen wichtigen Aspekt mit der Zusage, dass der Blick Jesu auch der inneren göttlichen Quelle gilt, die heilende Kräfte in uns freilegen kann. Diese hoffnungsstiftende Perspektive heben Mystikerinnen und Mystiker im Entfalten eines positiven Menschen- und Gottesbildes hervor. Ein Ja der Liebe ist in unser Herz gelegt, das zur Selbstannahme und zur Solidarität bestärkt.

"Heute besuche ich mich, mal schauen, ob ich zu Hause bin?", sagt sich der Münchner Karl Valentin mit seinem tiefsinnigen Humor. Ich erkenne in diesen Worten eine der urreligiösen Fragen. Sie erzählt von der Verheißung und der Zumutung, sich zurechtzufinden im eigenen

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