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Heute christlich glauben Der Leitfaden für die Ökumene im Alltag von Knop, Julia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2019
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Heute christlich glauben

Katholische und evangelische Christen sind einander näher als gedacht, nicht nur im Alltag, auch in ihrem Glauben. Die Ökumene ist weit vorangeschritten. Uns eint weit mehr als uns trennt; und vieles, was noch trennt, ist weniger bedeutsam als das Gemeinsame. Das Buch macht ernst mit dieser Überzeugung: Die einzelnen Kapitel nehmen das Ganze des christlichen Glaubens in den Blick - zunächst und soweit möglich aus der gemeinsamen christlichen Perspektive. Konfessionelle Spezifika werden dem Gemeinsamen zugeordnet und in ihrer Bedeutung eingeordnet. Bibel und Credo, Rechtfertigung und Kirche, Kirchenjahr und Sakramente, Amt und Ethik werden so gut nachvollziehbar und pointiert aufgeschlüsselt. Die einzelnen Themenbereiche sind so konzipiert, dass sie auch zum Querlesen geeignet sind - so entsteht ein informatives Sachbuch zum christlichen Glauben, das auch als Nachschlagewerk dient. Julia Knop, Dr. theol. habil., geb. 1977, ist Professorin für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt. Stefanie Schardien, Dr. theol., geb. 1976, ist Pfarrerin im Dekanat Fürth, Mitglied der Präsidialversammlung des Deutschen Evangelischen Kirchentags und ab 2019 im Team der ARD-Sendung 'Wort zum Sonntag'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 18.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451816383
    Verlag: Verlag Herder GmbH
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Heute christlich glauben

1. Jesus Christus ist der Herr!

Jesus Christus ist der Herr - zur Ehre Gottes, des Vaters (Phil 2,11)

In dieser kurzen Formel ist eigentlich alles gesagt. Hier finden sich alle Christen aller Konfessionen wieder. Das ist der Kern der christlichen Botschaft, der Glaube, der alle verbindet, die als Christinnen und Christen den Namen Jesu Christi tragen.

Dieses Bekenntnis ist Teil eines Hymnus, den der Apostel Paulus in den 50er- oder 60er-Jahren des 1. Jahrhunderts n. Chr. in seinem Brief an die Gemeinde von Caesarea Philippi zitiert:

Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: "Jesus Christus ist der Herr" - zur Ehre Gottes, des Vaters (Phil 2,6-11).

Das Lied besingt die Menschwerdung dessen, der Gott gleich ist, der sich erniedrigte und den Menschen gleich wurde, der im Gehorsam gegenüber Gott am Kreuz starb und zu Gott erhöht wurde. Ihm wird "der Name über alle Namen" verliehen, ihn sollen alle Geschöpfe - Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt - anbeten und verherrlichen, durch ihn soll alles, was lebt, Gott loben.

Wird jemand im jüdischen oder christlichen Kontext als "Herr" verehrt und bekannt, wie es im Hymnus geschieht, so ist dies entweder Gotteslästerung oder aber Verehrung dessen, dem zu Recht Anbetung entgegengebracht werden darf, nämlich Gott selbst. Gott, der Herr, ist ein einziger Gott (Dtn 6,4). Es gibt keine Götter neben ihm (Dtn 5,7). Kein Geschöpf darf als Gott angebetet werden, und kein Geschöpf kann zu einem Gott werden . Als "Herr" (Phil 2,11), der "Gott gleich" (Phil 2,6) ist, kann nur der angesprochen werden, der von Beginn an Herr und Heiland ist . Das Bekenntnis zu Christus als "Herr" setzt den strengen Monotheismus Israels, das Bekenntnis zum einen und einzigen Gott, also nicht außer Kraft. Es konkretisiert diesen Glauben: Jesus Christus ist das lebendige, irdische Antlitz Gottes. Der Evangelist Johannes überliefert diesen Anspruch Jesu so: "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen" (Joh 14,9) - "Ich und der Vater sind eins" (Joh 10,30).

Wirklich und wahrhaftig

Seit den ersten christlichen Jahrhunderten trifft das Christus-Bekenntnis auf vielfache Anfragen. Ist es Gottes würdig, in die Niederungen dieser Welt, sogar eines Menschenlebens, einzutreten? Gnostikern aller Zeiten ist ein solcher Gedanke zuwider: Gott und Welt seien unvereinbar, und es sei unter Gottes Würde, mit dem Materiellen in Berührung zu kommen. Wahre Gottesverehrung und wahre religiöse Existenz zielt im Verständnis eines Gnostikers darum darauf, alles Körperliche, erst recht das Schwache und Kranke, das Mittelmäßige und Unvollkommene der irdischen Existenz zu verlassen, es wenigstens mental zu überschreiten, um allein auf geistige Weise mit dem Göttlichen in Verbindung zu treten. Gegen diese gnostische Versuchung steht das urchristliche Bekenntnis von der Menschwerdung Gottes, genauer und drastischer gesagt: von der Fleischwerdung (Inkarnation) des Logos. Die "Mission" des Mensch gewordenen Gottessohnes ist nicht die Vergeistigung der geschaffenen Welt, nicht die Überwindung unserer leiblichen Existenz, sondern ihre Heilung und Vollendung.

Die Konzilien der ersten fünf Jahrhunderte (Nicäa, 325; Konstantinopel, 381; Ephesus, 431 und Chalcedon, 451) haben das Christusbekenntnis der Bibel in die Sprache und das Problembewusstsein ihrer Zeit übersetzt. Hier wurden Leitlinien entwickelt, die jede christliche Rede von Jesus, dem Christus, prägen muss. Hier en

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