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Sie waren dabei Leiden und Auferstehung Jesu aus der Sicht derer, die es miterlebt haben von Holzhausen, Andreas (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Sie waren dabei

Wenn wir Heutigen die Berichte über das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu in den Evangelien lesen, dann tun wir das ja immer mit dem Wissen, wie der Weg Jesu durch diese schweren Tage ausging. Wir kommen von der Auferstehung her. Und vielleicht haben die Berichte durch die all-österlichen Wiederholungen in Gottesdiensten, Andachten und Lesungen etwas von ihrer Spannung und Lebendigkeit verloren. Wäre es da nicht hilfreich, wenn man die Berichte einmal aus einer ganz anderen Perspektive miterleben könnte: Aus der Perspektive derer, die dabei waren, aber eben noch nicht wussten, wie es ausgehen würde. Wie haben die Jünger, die Gegner Jesu und andere Beteilige die Ereignisse dieser Tage erlebt, wie haben sie darauf reagiert? Genau das möchten die Erzählungen in diesem Büchlein erlebbar machen. So wird ein vertieftes Verständnis der Passionsgeschichte und der überraschenden Wendung der Dinge am Ostermorgen möglich. Andreas Holzhausen, Jahrgang 1940, war viele Jahre lang Mitarbeiter bei den Wycliff Bibelübersetzern, zunächst im Ausland, dann auch im Heimatbüro. Er lebt heute im Ruhestand in Burbach bei Siegen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 104
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783746073514
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 3529kBytes
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Sie waren dabei

Johannes Markus
und das veränderte
Passah-Mahl

Es kam nun der Tag, von dem an ungesäuertes
Brot gegessen wurde und an dem die Passalämmer
geschlachtet werden mussten. Jesus gab Petrus und
Johannes den Auftrag: "Geht und bereitet das Passamahl
für uns vor!" "Wo willst du es vorbereitet haben?" fragten
sie. Er sagte: "Hört zu! Wenn ihr in die Stadt kommt,
werdet ihr einen Mann treffen, der einen Wasserkrug
trägt. Folgt ihm in das Haus, in das er geht, und sagt zum
Hausherrn dort: 'Unser Lehrer lässt dich fragen: Welchen
Raum kannst du zur Verfügung stellen, dass ich dort mit
meinen Jüngern das Passamahl feiere?' Er wird euch ein
großes Zimmer im Obergeschoß zeigen, das mit Polstern
ausgestattet ist. Dort bereitet alles vor." Die beiden gingen
und fanden alles so, wie Jesus es ihnen gesagt hatte, und
sie bereiteten das Passamahl vor.

[ LUKAS 22, 7-13 ]

W elch eine Ehre! Der junge Johannes Markus war stolz, dass er an der Passah-Mahlzeit teilnehmen durfte, zu der Jesus seine engsten Freunde und Jünger eingeladen hatte. Nicht, dass Johannes Markus zu diesem Kreis gehörte, dazu war er noch zu jung. Genau genommen war er nur dabei, um beim Zubereiten und beim Bedienen der Gäste zu helfen. Seine Mutter, die zum Freundeskreis von Jesus gehörte, hatte ihm das aufgetragen. Aber er hatte diesen Dienst mit Freude angenommen, denn er war gerne in der Nähe dieses Rabbis und tief beeindruckt von dem, was er zu sagen hatte, auch wenn er ehrlich zugeben musste, dass er vieles davon nicht verstand.

Den ganzen Vormittag hatte Johannes Markus mit einigen der Jünger den bescheidenen Saal im Obergeschoss im Haus eines Freundes für die Feier vorbereitet. Natürlich waren ihm die verschiedenen Aufgaben bestens vertraut, denn jedes Jahr hatte er zu Hause seinen Eltern geholfen, die Seder-Mahlzeit vorzubereiten. Zuerst einmal musste das Haus gründlich ausgefegt werden, so befahl es Mose in seinen Anweisungen. Vor allem durften auch nicht die kleinsten Reste von Sauerteig, wie er täglich zum Brotbacken verwendet wurde, zu finden sein. In der Tradition steht der Sauerteig für die Sünde, und die musste herausgefegt werden. Dann wurden die Mazzen zubereitet, große, dünne Fladenbrote aus Mehl und Wasser, im Backofen hinter dem Haus knusprig hart gebacken. Die waren bei weitem nicht so schmackhaft wie die üblichen Brote, deren Teig vorher mit Sauerteig angesetzt wurde. Diese ungesäuerten Brote waren hart, trocken und fast ohne Geschmack. Aber so wollte es eben die Tradition, sie sollten an die Brote erinnern, die die Juden vor dem Auszug aus Ägypten als Reiseproviant gebacken hatten. Einen Krug Wein hatte der Besitzer des Hauses für das Fest gestiftet. Einer der Jünger hatte auf dem Markt die bitteren Kräuter, Äpfel und Nüsse und andere Zutaten gekauft. Nur das übliche Lamm, das normalerweise im Tempel zu schlachten war, fehlte; Jesus hatte sie ausdrücklich angewiesen, kein Lamm zu besorgen. Schade, denn ein knuspriger Lammbraten wäre wirklich schmackhafter gewesen als die Eier, die als Ersatz zugelassen waren.

Als es auf den Abend zuging, war alles fertig: die Liegepolster waren um den niedrigen Tisch gruppiert, die Mahlzeit zubereitet, die Leuchter angezündet. Bald kam dann auch Jesus mit den übrigen Jüngern. Alle legten sich genüsslich auf den Polstern zurecht, in freudiger Erwartung der kommenden Feier. Sie hatten zwar alle darauf verzichtet, das Fest im Kreis der eigenen Familien zu feiern, wie es ja eigentlich erwartet wurde. Aber in den Jahren des Zusammenseins mit Jesus waren sie zu einer neuen Familie zusammengewachsen. Johannes Markus spürte etwas von der Vertrautheit dieser jungen Männer, wie sie miteinander umgingen. Es war mehr als eine Männerkameradschaft, es fehlten die groben Scherze und Anzüglichkeiten, die er von den üblichen Zusammenkünften seiner Freunde her kannte. In der Gegenwart des Rabbis war e

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