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Wenn die Dunkelheit leuchtet Auf Weihnachten zugehen von Käßmann, Margot (eBook)

  • Verlag: Kreuz Verlag
eBook (ePUB)
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Wenn die Dunkelheit leuchtet

Darum geht es doch an Weihnachten: die Sehnsucht wach zu halten, dass das Leben hell werden kann. Daran zu glauben, dass in der Dunkelheit immer wieder der Stern aufscheint und dass Wunder warten, wo wir nicht mit ihnen rechnen. In einem Stall etwa. Margot Käßmann kennt die Dunkelheiten des Lebens und die Sehnsucht nach dem Licht und sie versteht von der größeren Hoffnung zu sprechen, die zu Weihnachten gefeiert wird: Licht scheint in der Finsternis. Margot Käßmann, Prof. Dr. theol., Pfarrerin und Deutschlands bekannteste Theologin, ehemalige Ratsvorsitzende und Bischöfin und Reformationsbotschafterin, ist Mutter von vier erwachsenen Töchtern. Sie lebt in Hannover und auf Usedom. Im Kreuz Verlag erschien zuletzt von ihr: 'Was uns Zuversicht gibt. Reformatorische Ansprachen.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946905622
    Verlag: Kreuz Verlag
    Größe: 3844 kBytes
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Wenn die Dunkelheit leuchtet

Neue Wege

Weihnachten ist ein merkwürdiges Fest, merkwürdig im wahrsten Sinne des Wortes. Am Heiligen Abend denken viele von uns zurück, ja, es beschleicht uns eine kleine Sehnsucht nach Gestern: Weihnachten damals, als wir Kinder waren - erinnerst du dich? Das erste Weihnachten zu zweit, als Paar. Oder: Weißt du noch, als die Kinder klein waren? Oder auch: das erste Weihnachen wieder allein.

Weihnachten ist für viele Menschen wie ein Brennpunkt, an dem sich das Leben und damit die Erinnerung konzentriert. Während die Tage des Jahres oft auch scheinbar unterschiedslos zerfließen, ist das Weihnachtsfest ein klarer Höhepunkt. Und wenn es uns nicht gut geht, ein entscheidender Tiefpunkt. Auch und gerade ein Weihnachtsfest, an dem wir traurig waren, einsam oder verzweifelt, gräbt sich tief in das Gedächtnis ein. Ich denke an so manche Berichte vor allem von Kriegsweihnachten, die in der Adventszeit erinnert werden: Weihnachten 1914 - Kriegswinter. Bitterkeit nach glanzvoller Euphorie. Und auch 1944: wieder ein Winter im Krieg. Weihnachten im Zeichen des Hakenkreuzes. Festredner, die Weihnachten als Symbol des zu erwartenden Endsieges priesen, in ihrem ideologischen Irrwahn missbrauchten - und die Wirklichkeit der Menschen in Kälte, Hunger und Angst.

Viele schauen Weihnachten auch nach vorn: Was wäre, wenn? Kann ich wohl hoffen auf die neue Arbeitsstelle? Ob unsere Liebe Bestand haben wird? Was wird kommen? Kann ich mich Gott anvertrauen?

Weihnachten ist ein Jahreshöhepunkt in unserem Leben. Deshalb gibt es wohl auch diesen Perfektionsdruck, der aus der biblischen Geschichte ja gar nicht abzuleiten ist. Das ist mir immer wieder wichtig: Diese Geburt war kein romantisches Kapitel einer Soap Opera! Es geht um Gott, der zu uns Menschen kommt. Bitte, hier im Land der Reformation, erinnert euch doch wieder oder lasst euch erzählen von dem, was sich begab zu der Zeit, als ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging. Es hat mich schon schwer enttäuscht, dass unter den zu Weihnachten befragten Promis selbst der sympathische Til Schweiger nicht so genau wusste, was eigentlich der Grund für dieses Fest ist. Der Mann hat Kinder! Was wird denn da erzählt unterm Weihnachtsbaum? Und im Radio wurde berichtet, wie Madonna Weihnachten feiert, mit Kerzen und Geschichten. Dabei hatten wir doch gerade erst erfahren, sie sei mit großer Ernsthaftigkeit jetzt Anhängerin der Kabbala, eine jüdischen Glaubensrichtung. Ist Weihnachten wirklich zu einem Familien-Geschenke-Anlass geworden, einem Winterwohlfühlfest? Wissen die Menschen denn nicht, was sie feiern, wenn sie Weihnachten feiern? Oder ist es tatsächlich so weit, dass jene Karikatur einer Tageszeitung zutrifft, die ich einmal gesehen habe: Da stehen Eltern vor dem geschmückten Weihnachtsbaum, etliche Päckchen darunter, es glänzt und blinkt.

Das Kind aber schaut fasziniert weg von der Glitzerdeko auf eine ganz schlichte Krippe mit Ochs, Esel, Maria, Josef - und Kind. Der Vater sagt irritiert: "Was soll das denn jetzt?"

Vielleicht ist es manchen nicht mehr bewusst: Ohne das Jesuskind in der kärglichen Krippe gibt es keine Heilige Nacht, ohne den sterbenden Jesus und den auferstandenen Christus weder Christkind noch Christfest!

Weihnachten empfinden wir immer wieder als Zäsur im Jahr - deshalb sind wir vielleicht an diesem Fest auch besonders verletzlich. Und so kommen die großen Lebensfragen und die großen Glaubensfragen an die Oberfläche, die wir sonst im Alltag oft zur Seite schieben: Wo bin ich eigentlich angekommen in meinem Leben? Weiß ich, wo ich hin will? Wer steht mir zur Seite? Was heißt das: wenn Gott Mensch wird? Wie verstehen wir das: Jesus als Gottes Sohn? Können wir diese alte Geschichte glauben in unserer modernen und hochtechnisierten Welt?

Die Frage, warum die Geburt eines Kindes in Bethlehem eine Bedeutung für das eigene Leben haben soll, ist so alt wie der christliche Glaube. Und i

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