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Der Buddhismus in Süd- und Südostasien Geschichte und Gegenwart von Bechert, Heinz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
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Der Buddhismus in Süd- und Südostasien

Der Buddhismus hat sich im Laufe seiner langen Geschichte über den größten Teil von Süd-, Südost-, Zentral- und Ostasien ausgebreitet und ist bis heute in vielen Ländern Asiens die bedeutendste Religion geblieben. In dieser Vielfalt von Kulturen hat sich der Buddhismus dank seiner großen Anpassungsfähigkeit entwickeln und erhalten können. So sucht man an der Oberfläche oft mit Mühe die Einheitlichkeit, die sich in Christentum und Islam in Grundzügen findet. Gleichwohl gibt es so etwas wie eine 'Welt des Buddhismus', in der gemeinsame Grundsätze Geltung haben. Bechert stellt dies am Beispiel des Theravada-Buddhismus mit seinen Entwicklungen von den Anfängen bis in die Gegenwart meisterlich dar. Der vorliegende Text basiert auf einer in den Jahren 2004 und 2005 von Heinz Bechert an der Universität Wien gehaltenen Vorlesung, bearbeitet und herausgegeben von Ernst Steinkellner.

Heinz Bechert (1932-2005) war von 1965 bis 2000 Professor für Indologie an der Universität Göttingen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 308
    Erscheinungsdatum: 31.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170271166
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 7919 kBytes
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Der Buddhismus in Süd- und Südostasien

Kapitel 2
Frühe Begegnungen des Buddhismus mit dem Abendland

Im Allgemeinen beginnen unsere Darstellungen der Forschungsgeschichte auf dem Gebiet des Buddhismus mit dem 19. Jahrhundert. Dem sind meist nur kurze Anmerkungen über die ältere Zeit vorangestellt. Soweit ich sehe, fehlt aber bisher eine wirklich umfassende Darstellung dessen, was man vor der Zeit des Beginns der wissenschaftlichen Buddhismusforschung der Neuzeit über den Buddhismus wusste. Dabei ist die Bezeichnung "wissenschaftliche Buddhismusforschung" ein Synonym für die auf der Auswertung von Primärquellen, d. h. in diesem Fall vor allem der Heiligen Schriften der Buddhisten beruhende Forschung. Im Allgemeinen gilt das zweibändige Werk von Eugène Burnouf (1801-1852) zuletzt Lehrer am Collège de France und Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, als Anfang der modernen Buddhologie: " Introduction à l'histoire du bouddhisme indien ". Teil 1: Paris 1844 (Darstellung) und Teil 2: Paris 1852 (" Le Lotus de la Bonne Loi ", Saddharmapundarikasutr a-Übersetzung). Es lohnt sich aber, einen Blick auf die Geschichte der älteren Kontakte der Buddhisten mit dem Abendland zu werfen.

Ob die Antike etwas über den Buddhismus gewusst hat, ist umstritten. Das große Indien-Werk des Megasthenes ist nicht als Ganzes erhalten; wir kennen es nur aus Zitaten in Werken anderer antiker Autoren. Megasthenes war etwa im Jahr 302 v. Chr. als Gesandter des Diadochenkönigs Seleukos Nikator an den Hof des Begründers der Maurya-Dynastie, Candragupta Maurya (321- ca. 297), in Pa aliputra gelangt. In den erhaltenen Fragmenten seines ausführlichen Berichtes werden Brahmanen und s mi nio d. h. sramana s, erwähnt. Der Terminus sramana bezeichnet jedoch nicht nur buddhistische Mönche, sondern ganz allgemein Wanderasketen im alten Indien.

Sehr umstritten ist auch, ob sich buddhistische Einflüsse auf das Neue Testament nachweisen lassen. Dies ist ebenso nachdrücklich behauptet wie entschieden bestritten worden. Das klassische Werk zu dieser Frage verdanken wir Richard Garbe: "Indien und das Christentum" (Tübingen 1914). In zahlreichen Abhandlungen sind viele Argumente pro und contra vorgetragen worden; hier sei noch hingewiesen auf N. Klatt: " Literaturkritische Beiträge zum Problem christlich-buddhistischer Parallelen " (Bonn 1982). Nach meiner Überzeugung darf man vom Vorliegen indischer Einflüsse, wenn auch in sehr beschränktem Umfang, ausgehen, kann aber nicht nachweisen, dass diese speziell buddhistisch gewesen sind.

Auch ist behauptet worden, dass Plotin "wesentliche Elemente seiner Philosophie" aus Indien übernommen habe, nach neueren Thesen durch Vermittlung seines Lehrers Ammonios Sakkas. Dieser u. a. von Ernst Benz in seiner Abhandlung "Indische Einflüsse auf die frühchristliche Theologie" (Wiesbaden 1951) behauptete intensiven Gedankenaustausch zwischen der hellenistischen Welt und indischem, auch buddhistischem Denken, ist von anderen Gelehrten als "voreilige Schlussfolgerung" bezeichnet worden, aber dies war vielleicht auch wieder etwas voreilig geurteilt.

Um 200 n. Chr. begegnen wir bei dem christlichen Theologen Clemens von Alexandrien einem Hinweis auf den Buddha: "Es gibt in Indien diejenigen, die den Geboten des Buddha (Boutta) folgen, den sie wegen seiner Heiligkeit wie einen Gott verehren" (Stromata 1,15).

Sicher ist auch, dass der Religionsstifter Mani (3. Jh. n. Chr.) etwas über den Buddhismus gewusst hat. So sind bestimmte Lehren des Buddha und auch sein Name in den Manichäismus eingegangen, der bekanntlich in der Spätantike eine zeitlang ein ernstzunehmender Konkurrent für das Christentum gewesen ist. Es ist aber insgesamt überraschend, wie wenig Konkretes der westlichen Antike über Indiens Religionen, speziell über den Buddhismus, bekannt war.

Umgekehrt war es auch nicht viel anders. Indische Quellen berichten wenig historis

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