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Bei Dir bin ich zuhause von Werner, Elke (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.03.2016
  • Verlag: fontis - Brunnen Basel
eBook (ePUB)
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Bei Dir bin ich zuhause

Das Wagnis des Glaubens braucht Schritte ins Neuland und gleichzeitig Rückendeckung. Ebendies hat Elke Werner auf ihrer Lebensreise immer wieder erlebt. Was sie erkannt und erlitten, erfunden und erwartet, erforscht und erfahren hat, beheimatet sie ganz in dieser Welt und weist doch über sie hinaus. "Überall, wo wir hinkommen, ist Gott schon da und heißt uns willkommen. Bei ihm sind wir immer zuhause."

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 10.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783038486046
    Verlag: fontis - Brunnen Basel
    Größe: 837 kBytes
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Bei Dir bin ich zuhause

1
Bei dir bin ich zu Hause

Mein erstes Zuhause war bei meiner Familie in einer kleinen Wohnung in Duisburg-Meiderich, einem Arbeiterviertel, das im Krieg von Bomben zerstört worden war. Wir Kinder fanden die Trümmerfelder in unserer Umgebung toll, weil sie viel Raum zum Spielen und für aufregende Abenteuer boten. Direkt neben unserem Haus und auch an der Ecke unserer Straße gab es solche Felder, in denen wir die Butterblumen für unsere Haarkränze fanden, auf denen aber auch ab und zu der Zirkus gastierte. Sehr gerne bauten wir uns aus den dort herumliegenden Ziegelsteinen kleine Häuser, indem wir die Steine wie Umrisse der Räume auf den Boden legten und jedem so entstandenen Raum einen Namen gaben: Wohnzimmer, Küche usw. Ein mit viel Fantasie entstandenes zweites "Zuhause".
Gern zu Hause

Als Kind war ich jemand, der gerne zu Hause war. Kein Stubenhocker, aber sehr gerne am gleichen Ort. Vielleicht lag es daran, dass meine Eltern kein Geld für Reisen hatten und wir nur wenige Male in meiner Kindheit überhaupt Urlaub machten, und zwar in der Nähe von Paderborn. Jedes Mal hatte ich vorher große Ängste; jedes Mal war ich froh, hinterher wieder zu Hause zu sein. Vielleicht hat das noch mit den Kriegserfahrungen meiner Eltern zu tun, die sich auf mich als Kind übertragen haben.

Ich bin nicht gerne gereist. Die Klassenfahrt nach Saalbach-Hinterglemm zum Skifahren oder später die Abiturreise nach Paris kosteten mich im Vorfeld viele schlaflose Nächte. Ich hatte Angst um mein Zuhause. Ich wollte es nie verlieren. Es war der Ort, an dem ich mich bedingungslos geliebt wusste, sicher und geborgen war, ermutigt und gefördert wurde.

Als nach dem Abitur die Frage nach einem Studienplatz anstand, blieb ich in Duisburg und wohnte weiterhin zu Hause. Nicht zuletzt aus Kostengründen. Aber sicher auch, weil ich mich dort so wohl fühlte.

Zum Referendariat zog ich dann nach Marburg in meine erste eigene kleine Wohnung. Roland studierte dort. Wir waren verlobt, und das Verliebtsein half mir über den Trennungsschmerz von meiner bisherigen Heimat hinweg. Marburg wurde nun mein Zuhause und ist es bis heute geblieben. Auch wenn wir mehrmals innerhalb der Stadt umgezogen sind, ist diese mittelalterliche Universitätsstadt ein Ort, an dem ich gerne lebe. Marburg ist meine Basisstation, von der aus ich heute meine vielen Reisen unternehme.
Wie eine zweite Heimat

Zu Hause: Durch Rolands Sprachforschungsarbeiten sind wir fast jedes Jahr für einige Zeit im Orient unterwegs. Manche Orte dort sind mir so vertraut wie eine zweite Heimat. Ich habe in Ägypten und im Sudan - natürlich immer wieder mit großen Unterbrechungen - zusammengerechnet schon mehrere Jahre gelebt. Und weil wir als Christus-Treff seit 1993 ein Gästehaus in der Altstadt von Jerusalem führen, das altehrwürdige Johanniterhospiz, ist auch das Heilige Land genauso wie die Länder am Nil zu einer zweiten Heimat geworden. Und da ist schon der zweite Begriff, der mit zu Hause zu tun hat. Was ist meine Heimat?

Häufig, wenn ich aufgeregt bin, hört man an meinem Akzent, dass ich aus dem Ruhrpott komme. Natürlich falle ich auch in diesen Dialekt, wenn ich meine alte Heimat besuche. Ich bin geprägt vom Umgangston dort. Und der ist herzlich und direkt.

Als ich vor einigen Jahren mal wieder in Duisburg zu Besuch war, ging ich einkaufen. Auf einem Wühltisch sah ich schönen Modeschmuck. Da ich gegen Nickel allergisch bin, fragte ich die Verkäuferin, ob der Schmuck nickelfrei sei. Sie sah mich kurz an und sagte dann: "Wenn Sie allergisch sind, dann kaufen Sie doch nicht so einen Schei..." Ja, ich war wieder in der Heimat! Kurz und deutlich sagt man dort, was man denkt. Gefragt und ungefragt.
Geprägt von unserer Herkunft

Zu Hause: In den ersten Jahren, in denen mein Mann Roland, der auch aus Duisburg stammt, und ich in Marburg lebten, fragten uns Freunde manchmal, warum wir so viel

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