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Bibel für Neugierige Das kleine Handbuch göttlicher Geschichten von Vogt, Fabian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2014
  • Verlag: Evangelische Verlagsanstalt GmbH
eBook (ePUB)
11,99 €
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Bibel für Neugierige

Warum musste Gott am Anfang erst mal das 'Tohuwabohu' aufräumen? Gilt Noah eigentlich als Archetyp? Wollte Jona Walfreiheit? War Jesus Christ? Wieso macht der gute 'Vater im Himmel' gleich zwei Testamente? Hätte nicht ein Evangelium gereicht? Und: Wie kann ein 2000 Jahre altes Buch heute noch aktuell sein? Fabian Vogt gibt Antworten: Fundiert, übersichtlich und dabei höchst unterhaltsam lässt er die großen Erzählungen der Bibel neu lebendig werden, erläutert die Zusammenhänge und zeigt, welche lebensstiftende Kraft in ihnen steckt. Das Buch ist ein Lesevergnügen für Heiden wie für Fromme aller Couleur. Fabian Vogt, Jahrgang 1967, ist Pfarrer, Schriftsteller und Künstler. Er hat Theologie, Germanistik und Gesang studiert. Heute arbeitet er in einer Gemeinde im Vordertaunus bei Frankfurt am Main. Mehrere seiner Romane und Kurzgeschichten wurden für Literaturpreise nominiert. 2001 gewann er den 'Deutschen Science Fiction Preis'. Außerdem schreibt der promovierte Theologe kurzweilige Sachbücher zu geistlichen und gesellschaftlichen Themen - wenn er nicht gerade mit der Kabarettgruppe 'Duo Camillo' deutschsprachige Bühnen unsicher macht. Vogt lebt mit Frau und Kindern in Oberstedten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 02.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783374039470
    Verlag: Evangelische Verlagsanstalt GmbH
    Größe: 2073 kBytes
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Bibel für Neugierige

Eine kleine Geschichte Israels

Bevor wir uns mit den großen theologischen Leitbildern der Bibel befassen, kann es sicher nicht schaden, erst mal einen kleinen Abriss des Geschehens zu bekommen. Und dazu sollten wir mit dem Alten Testament beginnen. Tja, und hier fangen auch schon die Herausforderungen an: Will man die rund 1500 Jahre der "Geschichte Israels" mit all ihren verrückten Wendungen zusammenfassen, dann gelingt das nämlich nur, wenn man sich auf einige wenige Motive beschränkt. Na, versuchen wir's mal:

Gott beruft einen Mann namens Abraham und macht ihn zum Gründervater eines neuen Volkes. Seine Nachfahren bauen im Land Kanaan einen Staat auf, dessen Pracht im ganzen Orient gerühmt wird. Dann zerstreiten sich die Menschen, vernachlässigen ihren Glauben an Gott, und verlieren dabei so viel Kraft, dass es ihren Feinden gelingt, das Reich zu zerstören. Einige dieser "Israeliten" überleben in Gefangenenlagern in Babylon und kehren gedemütigt, aber glaubensstolz zurück, um auf eine Neugeburt ihres Volkes zu hoffen.

Kürzer geht es wohl kaum. Und doch zeigt schon dieser kleine Überblick, dass das Volk Israel tatsächlich alle Höhen und Tiefen der menschlichen Existenz durchlaufen hat. Neben Anerkennung, Erfolg und Macht auch Sklaverei, Elend und Ohnmacht. Ja, man kann sagen: Die Bibel kennt das Leben. Deshalb weint sie mit den Weinenden, lacht mit den Fröhlichen, betet mit den Frommen und zweifelt mit den Hadernden. Nun, ich finde, wir sollten uns gerade deshalb diese erstaunliche Zeit doch noch ein wenig genauer ansehen:

Als Gott zum Urpatriarchen Abraham, dem späteren Gründer dreier Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam), kam und ihm Mut machte, sich auf eine ungewisse Wanderung in das "gelobte Land Kanaan" aufzumachen, lagen solche Aufbrüche gerade "voll im Trend". Es war nämlich die Zeit der "Aramäischen Wanderung", in der viele Stämme die Krisen der umliegenden Großmächte nutzten und ihre Zelte einpackten, um sich eine neue Heimat zu suchen. Ja, schon Abrahams Vater Terach hatte für einen derartigen Umzug gesorgt und war aus der Stadt Ur in Chaldäa ausgezogen, um mit der Familie in den Ort Haran zu ziehen.

Das Unstete war Abraham also vertraut, als die verheißungsvolle Anfrage Gottes an ihn gestellt wurde: "Bist du bereit, in ein fremdes Land zu gehen, das ich dir zeigen werde?" Irgendwann im 15. Jahrhundert vor Christus könnte das gewesen sein. Vielleicht aber auch einige Zeit früher oder später. Klar ist nur: Ägypter, Babylonier, Assyrer und Hethiter kümmerten sich damals vor allem um den Erhalt ihrer eigenen Staaten und hatten wenig Zeit, auf die fruchtbare, kleine Region am Mittelmeer zu achten. Die Möglichkeit, sich dort eine neue Existenz aufzubauen, schien Abraham daher wie vielen anderen äußerst verlockend - und er zog los, um etwas ganz Neues aufzubauen.

Niemand weiß genau, wann Abraham gelebt hat. Daher ist es auch fast unmöglich, die in der Bibel davor geschilderten Urgeschichten zu datieren: Weder der Bau des gigantischen Turmes von Babel, noch die Sintflut oder der Pakt Gottes mit Noah lassen sich historisch festlegen. Das Gleiche trifft auf die weiteren Vätergeschichten zu, die uns ja in Gestalt einer Familiensaga überliefert sind. Einige Bibelstellen weisen zwar darauf hin, dass die Autoren sehr alte Überlieferungen benutzt haben, in der heute vorliegenden Form wurden die Texte aber erst zwischen dem 8. und dem 2. Jahrhundert vor Christus verfasst.

Tatsächlich klafft zwischen dem historischen Geschehen und der schriftlichen Fixierung eine Lücke von mehreren hundert Jahren. Dennoch beschreibe ich hier die Geschichte Israels erst einmal so, wie sie sich uns beim vordergründigen Lesen der Bibel erschließt - in der theologischen Vertiefung wird später deutlich, dass ein zweiter Blick so manche neue Sichtweise bringt. Also: Wie ging es weiter? Abraham zog tatsächlich nach Kanaan und trennte sich dort w

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