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Da wird auch dein Herz sein Engagiertes Christsein von Schorlemmer, Friedrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.02.2011
  • Verlag: Kreuz
eBook (ePUB)
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Da wird auch dein Herz sein

Da wird auch dein Herz sein: Verstand und Herz, Gefühl und Aktivität gehören zum ganzen Menschsein dazu. Friedrich Schorlemmer zeigt, dass es sich lohnt, Stellung zu beziehen,er verlebendigt die christlichen Wurzeln und macht Lust auf das Mehr, das im Christentum liegt. Es geht um Identität und Regeln, die Frage nach dem guten Leben und der Hoffnung, auch um Schuld und Freiheit. Und letztlich auch um das Glück, das uns geschenkt ist. Friedrich Schorlemmer, geb. 1944, Theologe, Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels. Seine politische Biografie beginnt 1968 mit dem Protest gegen die neue Verfassung der DDR und den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei. Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs. Zahlreiche Bücher, bei Herder und Kreuz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 180
    Erscheinungsdatum: 03.02.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451336935
    Verlag: Kreuz
    Größe: 562 kBytes
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Da wird auch dein Herz sein

I.

Als hoffnungsvolle Herausforderung, gar als Verheißung galt noch vor etwa drei Jahrzehnten die Vorstellung, dass die Welt eine Welt würde. Zugleich galt und gilt die Eine Welt als große gemeinsame Aufgabe für die Menschheit, den wechselseitigen Abhängigkeiten und Bedrohungen mit einem neuen Denken und globaler Verantwortung für den Oikos zu begegnen (von Albert Einstein über Günther Anders und Fritjof Capra bis zum Club von Rom, zu Ivan Illich oder Michail Gorbatschow), von den Kirchen gebündelt ausgesprochen in den Abschlussdokumenten der "Ökumenischen Versammlungen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung".

1989/90 wurde zu einer zunächst glückhaft erfahrenen Zäsur: ein gewaltig-gewaltloser Aufbruch in die Demokratie im Ostblock, das friedliche Ende der Apartheid in Südafrika, die Beilegung von Bürgerkriegen in Angola, Kambodscha, Namibia.

Inzwischen sprechen wir fast nur noch von "Globalisierung": Die ganze Welt ist nach dem Ende der Blockkonfrontation offen. Sie ist ein einziger großer Markt für Waren, Dienstleistungen und Kapital geworden. Die politisch, ökonomisch und kulturell zerrissene Menschheit steht vor völlig neuen Herausforderungen und existentiellen Gefährdungen.

Das religiös erschlaffte Europa trifft vehement auf historisch verwandte oder hierorts fremde Religionen mit deren ungebrochenen Gewissheiten, weil diese sich keinem Aufklärungsschub stellen mussten.

Die Suche nach europäischer und nach deutscher Identität kommt neu auf: Wer sind wir, woher kommen wir, was wollen wir? Bleiben im Westen Christentum, Antike und Aufklärung aneinander gekoppelt? Wo sind die blinden Flecken der Aufklärung? Und wie gehen wir Europäer mit der neuen Religiosität, wie gehen wir mit unserer so wunderbaren wie schreckenerregenden Christentumsgeschichte um?

Fortgesetzte konfessionelle "Kleinstaaterei" bei ohnehin abnehmender Akzeptanz des Christlichen überhaupt, verbunden mit geistiger Enge, lässt durchaus die Befürchtung zu, dass der Protestantismus sich aus der öffentlichen Wahrnehmung der Weltgesellschaft verabschiedet und gar als eine Fußnote der Geschichte bewertet werden wird.

Da die Traditionsvermittlung im Protestantismus gemeinhin mehr über Personen als über Institutionen samt deren ritueller Inszenierung verläuft, hat die evangelische Welt in einer von Massenmedien beherrschten Weltgesellschaft weit geringere Wirkungschancen als die katholische Weltkirche. Sich katholischem Gebaren anzugleichen, das wäre gewiss keine sinnvolle Reaktion, zumal protestantisches Kirchentum einen großen Schatz zu bewahren hat: Mitbestimmung mündig gemachter Einzelner, Unmittelbarkeit zu Gott, Konzentration auf die biblische Botschaft in ihrer Vielfalt, Freiheit der Entscheidung und Verantwortungsübernahme vor Ort. Die mit katholischen Christen - vor allem von der Basis her - gemeinsam erkannte Aufgabenstellung der Kirchen aus dem konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ist nicht nur geblieben; sie hat sich verschärft. Und Ökumene verlangt heute nach gemeinsamem Zeugnis: angesichts weltweiter Verarmung mit neuen sozialen Konflikten, angesichts neuer Kriege und erneuter Aufrüstungsspiralen, angesichts der Flüchtlingsströme, der Umweltzerstörung, des Ressourcenverschleißes und der Klimakatastrophen sowie der globalen Verletzung elementarer Menschenrechte. Es bedarf dringend konzertierter Aktivitäten für ein einklagbares internationales Rechtsgefüge mit mehr wirtschaftlicher Gerechtigkeit für arme und armgemachte Länder. Das alles stellt unsere christliche Kir

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