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Die Seele des Sozialen Diakonische Energien für den sozialen Zusammenhalt von Coenen-Marx, Cornelia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2014
  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
eBook (PDF)
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Die Seele des Sozialen

Das Buch gibt einen kenntnisreichen Überblick über verschiedene Problemlagen der Diakonie. Dabei wird die Entwicklung der diakonischen Arbeit von der auf Aufopferung setzenden Dienstgemeinschaft der Gründungszeit zu einem auch nach unternehmerischen Kriterien geführten Dienstleister mit selbstbewussten MitarbeiterInnen aus verschiedenen sozialen Kontexten dokumentiert und illustriert. Dunkle Seiten der Diakoniegeschichte und ihre Konsequenzen werden ebenso erwogen wie die allgemeine Entwicklung des Sozialwesens in Deutschland in Folge des demografischen Wandels und der Globalisierung. Gestützt auf Führungserfahrung und die persönliche Kenntnis der Problemlagen in vielen Einrichtungen entwickelt die Autorin eine breite Perspektive für die Unternehmen und ihr Verhältnis zur Kirche einerseits, zur säkularen Gesellschaft andererseits. Um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen, braucht es neben gelebter Spiritualität und fürsorglicher Gemeinschaft einen offenen Umgang mit den Konflikten, die entstehen, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur zusammenarbeiten, aber auch neue Konzepte für Bildung und Weiterbildung. Und schließlich den Mut, Innovationen zu wagen. Nach der Rekapitulation der diakonischen Gründungsgeschichte und einer vorwärtsweisenden Auseinandersetzung mit dem, was davon Diakonie und Gesellschaft bis heute prägt, ruft die Verfasserin diakonische Dienste, Gemeinden und Engagierte dazu auf, sich an den Neuanfängen zu beteiligen, die heute wieder in sozialen Bewegungen spürbar sind.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 211
    Erscheinungsdatum: 25.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783788727710
    Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
    Größe: 2285 kBytes
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Die Seele des Sozialen

Einleitung

"Ich bin mit Diakonissen aufgewachsen", sagten mir oft begeisterte Besucher während meiner Zeit als Vorsteherin der Kaiserswerther Diakonie. Ich muss zugeben, ich konnte diesen Satz lange Zeit nicht hören; er war mir zu sentimental, obwohl – oder vielleicht weil – auch ich mit Diakonissen aufgewachsen bin. Die geliebten Kindergärtnerinnen und Gemeindeschwestern meiner Kindheit waren Schwestern mit Pünktchenkleid und Haube. Wann immer ich Freunde und Fremde in Kaiserswerth zu Besuch hatte, war zu spüren: Sie werden bis heute vermisst – in den Gemeinden, aber auch in den inzwischen technisch weit besser ausgestatteten diakonischen Einrichtungen. Sie waren das Symbol einer diakonischen Kirche, vor allem aber ein Zeichen von Schwesterlichkeit und Barmherzigkeit.

Seit 1984 war und bin ich in der diakonischen Arbeit aktiv – zunächst in Gemeinde und Kirchenkreis, später in der Geschäftsführung des Diakonischen Werks im Rheinland, schließlich von 1998–2004 als Vorstand der Kaiserswerther Diakonie und Vorsteherin der Kaiserswerther Schwesternschaft und heute ehrenamtlich in zwei Kuratorien diakonischer Unternehmen. In der EKD bin ich unter anderem als Geschäftsführerin der EKD-Kammer für Soziale Ordnung mit den Herausforderungen des sozialen Wandels in unserer Gesellschaft beschäftigt. Im Rückblick ist mir klar geworden: Den Spannungsfeldern, die ich während meiner Zeit in Kaiserswerth kennengelernt habe, verdanke ich wesentliche Impulse zur Auseinandersetzung. Dabei ging und geht es vor allem um die Auswirkungen der gesellschaftlichen Umbrüche auf die diakonischen Unternehmen – es hat ja seine Gründe, dass es kaum noch Diakonissen gibt.

Es geht aber auch um die Bedeutung von Spiritualität, Gemeinschaft, Bildung und sozialem Engagement für die soziale Arbeit der Kirchen. Diese Wurzeln aller diakonischen Kultur haben gelitten, und den Früchten scheint gelegentlich der Markenkern zu fehlen – wie einer tauben Nuss. Ich bin aber überzeugt davon, dass die Gesellschaft darauf angewiesen ist – und dass die Kirche eine Verpflichtung hat –, die verborgene Schrift unserer Sozialkultur wieder erkennbar zu machen, damit das Soziale nicht seine Seele verliert. Das hat mich in den letzten Jahren immer wieder beschäftigt – in Vorträgen und Artikeln, aber auch bei der Beratung diakonischer Träger und Gemeinschaften. Dieses Buch ist der Versuch, die wichtigsten Überlegungen zusammenzufassen.

Keine Frage: Die soziale Struktur unserer Gesellschaft ist im Umbruch. Dabei geht es um mehr als um die fiskalische Krise der sozialen Sicherungssysteme angesichts einer globalisierten Wirtschaft. Zwar wirken sich prekäre Beschäftigungsverhältnisse, unterbrochene Erwerbsbiografien und Teilzeitbeschäftigungen auf die Stabilität der Sozialsysteme aus – aber der demographische Wandel und die Veränderung von Familien und Geschlechterrollen reichen tiefer: Sie verändern das Design unseres Zusammenlebens grundlegend. Die alte Rollenaufteilung, nach der die erwerbstätigen Männer das Geld für diesen Sozialstaat erarbeiten, während ihre Frauen sich in Familie und freier Zeit ehrenamtlich und kostenlos fürs Soziale engagieren, trägt nicht mehr. Diese Arbeitsteilung spiegelte sich aber auch in der so großartigen Diakonissengeschichte, die zugleich ein Stück Kirchengeschichte ist. Die Vorstellung, dass vor allem der Staat mit den Verbänden und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege, auskömmlich finanziert, dafür zuständig ist, sozialstaatliches Handeln professionell zu gestalten, trägt ebenfalls nicht mehr. Der Bedarf an sozialen und gesundheitlichen Dienstleistungen steigt, zugleich aber stoßen Professio

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