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Große Predigten 2000 Jahre Gottes Wort und christlicher Protest

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2016
  • Verlag: Lambert Schneider
eBook (ePUB)
23,99 €
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Große Predigten

Die Predigt spielt im Christentum bereits seit seinen Ursprüngen eine besondere Rolle. In ihr wird seit jeher das Wort Gottes verkündet und sie ist ein zentrales Element in der Liturgie. In einer einzigartigen Auswahl legt dieser Band die wichtigsten Predigten aus 2000 Jahren Kirchengeschichte vor. Über 30 Texte von der Bergpredigt über die berühmte Predigt von Galens gegen den Nationalsozialismus bis hin zu Papst Johannes Paul II. machen die Predigttradition in ihrer historischen Entwicklung fassbar und zeigen Konstanten und Wandel. Dabei werden zahlreiche christliche Strömungen berücksichtigt, so dass sich anhand der Auswahl die bewegte Geschichte des Christentums verfolgen lässt. Jede Predigt wird zum besseren Verständnis von einem renommierten Experten eingeleitet und erläutert. Ein einzigartiges Lesebuch zur Kirchengeschichte! Professor Dr. Bernward Schmidt lehrt Historische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Professor Dr. Bernward Schmidt lehrt Historische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Johann Hinrich Claussen ist ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Autor. Er ist Hauptpastor an St. Nikolai in Hamburg und Propst für die Propstei Alster-West im Kirchenkreis Hamburg-Ost der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 415
    Erscheinungsdatum: 01.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783650401250
    Verlag: Lambert Schneider
    Größe: 4516 kBytes
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Große Predigten

13 Jesus von Nazareth
Die Bergpredigt Mt 5-7

14 Einführung

Die im Matthäusevangelium in Kapitel 5 bis 7 überlieferte "Bergpredigt" Jesu hat über die Jahrhunderte eine reiche Wirkungsgeschichte entwickelt: Armutsbewegungen wie die des Franz von Assisi, Friedenskirchen wie die Mennoniten oder Quäker und auch die politische Friedensbewegung der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts bezogen sich besonders auf diesen Bibeltext. Auch unser Sprichwortschatz ist durch die Bergpredigt bereichert: Das Licht, das man nicht unter den Scheffel stellt (vgl. 5,15), dass man nicht zwei Herren dienen kann (6,24), die Rede vom "Balken im eigenen Auge" (7,3), vom Haus, das auf Sand gebaut ist (7,26), die "Lilien auf dem Felde" (6,28) und die "Wölfe im Schafspelz" (7,15) - all das ist über die Lutherübersetzung des griechischen Textes in unseren Sprachschatz eingegangen. Auch das die weltweite Christenheit verbindende Gebet "Vater unser" ist uns durch die Bergpredigt überkommen (6,9-13).

Die so genannte Bergpredigt ist allerdings nicht eigentlich eine "Predigt" und geht auch nicht in dieser Form auf Jesus zurück, den jüdischen Lehrer, der gegen 30 n.Chr. in Jerusalem gekreuzigt wurde. Es ist vielmehr eine Rede, die etwa fünfzig Jahre später aus Worten Jesu, die durch seine Anhängerinnen und Anhänger überliefert wurden, sorgfältig komponiert wurde. Verfasser ist ein uns unbekannter, jüdisch geprägter Schriftgelehrter, den wir mit der Tradition Matthäus nennen; vielleicht war es auch eine Gruppe von Theologinnen und Theologen. Jedenfalls spiegelt das Evangelium die Erfahrungen von Christusgläubigen etwa 80 n.Chr., die Verfolgung um ihres Glaubens willen erlebten (vgl. 5,10), vermutlich in Syrien.

Auch wenn "Matthäus" als Verfasser gilt, nimmt man an, dass die meisten dieser Worte auf Jesus selbst zurückgehen und bei verschiedenen Gelegenheiten seiner Wanderschaft durch Israel als Reaktion auf konkrete Situationen für die Menschen seiner Welt formuliert wurden. Es waren einfache, durch das agrarische Leben geprägte Menschen, die in der seit 100 Jahren von den Römern besetzten und von jüdischen Klientelkönigen regierten Region Palästina, vor allem in Galiläa, ein Leben in Armut und ohne die Möglichkeit politischer Einflussnahme führten. Jesu in der aramäischen Volkssprache geäußerten Lebensweisheiten, Aphorismen und Gleichnisse wurden zunächst mündlich tradiert, dann ins Griechische übersetzt, gesammelt und dabei auch immer wieder aktualisiert.

Die "Bergpredigt" ist also nicht wie Predigten sonst Auslegung eines Textes oder Kommentierung einer aktuellen Problematik. Vielmehr hat der 15 Evangelist Lebensanweisungen und Verheißungen der Jesustradition ringförmig um das Vaterunser gelegt, die die Situation der Jesusrede transzendieren. Ihr gemeinsames Anliegen ist es zu zeigen, wie der Mensch diejenige Gerechtigkeit im Leben umsetzt, die Gott und seinem Willen entspricht. Schlüsselworte sind "Gerechtigkeit" ( dikaiosyne; 5,6.10.20; 6,1.33) und "Reich Gottes" bzw. "Himmelreich" ( basileia ton ouranon; 5,3.10.19.20.; 6,33; 7,21). Unter ihnen verbinden sich die Zusage, an diesem Reich Gottes teilzuhaben, und hohe Forderungen an ein gerechtes Ethos, das zur Teilhabe an Gottes Reich Voraussetzung ist. Die Spannung zwischen Zusagen und Forderungen eröffnet verschiedene Lektüren des Textes und macht ihn so reich, dass er immer wieder religiöse Aufbrüche inspirieren konnte.

Matthäus hat diesen Jesusworten in der Komposition seines Evangeliums eine besondere Bedeutung gegeben: Er situiert die Rede auf einem Berg in Galiläa (5,1). Berge sind Orte besonderer Gottesoffenbarung, wie schon die Gabe der Tora an Mose auf dem Berg Sinai geschah. Nach dem Matthäusevangelium ist es die erste, umfassende Lehre Jesu, die maßgeblich wird auch für alles, was die späteren Missionarinnen und Missionare "alle Völker" lehr

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