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Mission im Kontext Europas Interdisziplinäre Beiträge zu einem zeitgemäßen Missionsverständnis

  • Erscheinungsdatum: 16.06.2011
  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
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Mission im Kontext Europas

Dieser interdisziplinär angelegte Band beleuchtet die sozioreligiöse wie soziokulturelle Situation Europas und diskutiert aus der Perspektive von Religionsphilosophie, Religionswissenschaft, Rechtswissenschaft und protestantischer wie katholischer Theologie den aktuellen Stand der Missionswissenschaft im europäischen Kontext. Sein Ziel ist es, zu einem modernen, plural reflektierten Missionsverständnis beizutragen. Mission wird nicht als verdeckter oder offener Proselytismus propagiert, sondern als evangeliumsgemäße, ganzheitliche Zuwendung zum Menschen auf der Suche nach einem geglückten Leben verstanden. Mission bedeutet deshalb Hellhörigkeit für die spirituelle Suche von Menschen ebenso wie gegebenenfalls konkrete Caritas oder politisches Engagement für Schwache und Randgruppen. Der wissenschaftliche Diskurs soll das Tabuthema "Mission" aus den Verengungen historischer Belastungen befreien und als gesellschaftlich hochaktuelles Phänomen begreifbar machen.

Produktinformationen

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Mission im Kontext Europas

" Mission im Kontext gesellschaftlicher Transformation. Blitzlichter einer pastoraltheologischen Kairologie (S. 93-94)

1. Warum stellt sich das Thema Mission in Europa?

1.1 Mission ist für die Kirche selbst aktuell – nach innen

Wer aufrichtig ist, wird zunächst feststellen: In das Zentrum kirchlicher Aufmerksamkeit tritt die Aufgabe zur Mission in Europa erst wieder im Zuge ihres gesellschaftlichen und politischen Macht- und Bedeutungsverlustes. Sich leerende Kirchenbänke und vor allem sich leerende Kassen machen der Kirche1 bewusst, dass sie unzählige Gläubige verloren hat und – mit Blick auf empirische Studien – zu verlieren droht. Begründet wird der umfassende kirchliche Erosionsprozess von Seiten der Kirchenleitung in aller Regel mit einem massiven Verlust an Glaubenssubstanz in den säkularisierten (west)europäischen Gesellschaften.

Dies hat seit den 80er-Jahren, insbesondere auf den besonderen Nachdruck Papst Johannes Pauls II. hin, zur Forderung der Neuevangelisierung Europas geführt. Aber die pastoraltheologischen Gesellschafts-, Religions- und Kirchenanalysen der vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass eine solcheMotivationwie auch die Diagnose doch nur sehr vordergründig und einseitig sind. Die sozioreligiöse Situation ist wesentlich komplexer und widersprüchlicher.

Zum einen: Freilich gibt es massive Glaubenskrisen, und die Gottesfrage, vielleicht noch viel mehr die Christusfrage, brennt in Europa. Aber weder sind der Rückzug aus der Kirche und der Verlust des Glaubens per se ident noch sind die europäischen Gesellschaften so säkularisiert oder gar glaubenslos, wie behauptet wird. Man wird hier genau unterscheiden und nachfragen müssen: Was genau geht verloren, was erodiert? Was sind die Gründe – historische, kulturelle, politische, religiöse – für diese Erosionsprozesse? Was ist auch der selbstverschuldete Beitrag der Kirche daran? Wie steht es um den Glauben der Menschen tatsächlich?

Worin besteht die Glaubens-, worin die Gotteskrise?Welches sind die wahren Gefährdungen des Glaubens in den Gesellschaften Europas? Was bedeutet Neuevangelisierung Europas dann konkret?2 Zum anderen: Theologisch ist Mission kein saisonales Anliegen in Zeiten kirchlichen Mitgliederschwundes, getrieben von der Sorge um den Selbsterhalt, sondern zu allen Zeiten und in jeder Situation eine konstitutiv und prinzipiell unverzichtbare Dimension kirchlichen Handelns. Denn die Kirche ist in jeder Generation verpflichtet, die biblische Offenbarung in der jeweiligen konkreten geschichtlichen Situation zeit-gerecht zu aktualisieren und zu konkretisieren.3 Hat sie dies vielleicht allzu lange verabsäumt und die "Zeichen der Zeit" verschlafen oder nicht ausreichend angemessen interpretiert?"

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