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Die Knopp-Show bei Wilhelm Busch: Funktionsweisen der Komik in Wilhelm Buschs Knopp-Trilogie von Brüning, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2014
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
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Die Knopp-Show bei Wilhelm Busch: Funktionsweisen der Komik in Wilhelm Buschs Knopp-Trilogie

Warum schmunzeln wir, wenn der Erzähler in der Knopp-Trilogie resümiert: 'Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr'? Wie viel Identifikationspotential darf das Komische enthalten, um zum Lachen anzuregen? Wie steht es auf der anderen Seite mit der Forderung nach Distanz? Wann ist die Bedingung der Überraschung von Bedeutung, und wer darf was wissen beziehungsweise nicht wissen? Den Fragen nach der Beschaffenheit des Komischen geht diese Studie anhand der Analyse von Wilhelm Buschs Knopp-Trilogie nach. Hierzu wird im ersten Teil der Untersuchung zunächst ein historischer Überblick über diverse Komiktheorien geboten. Da die Komposition aus Bild und Text ein elementares Merkmal der Trilogie darstellt, steht zu Beginn der Analyse der Knopp-Trilogie die Frage nach dem Zusammenwirken beider Darstellungsarten. Sie generieren eine dem Theater ähnliche Atmosphäre, die sowohl der Bildproduktion als auch dem Sprachstil des Erzählers geschuldet ist. Mit einem Blick auf einzelne Szenen werden nun die verschiedenen Funktionsweisen des Komischen analysiert. Dabei wird den oben genannten Fragen unter Zuhilfenahme der im historischen Überblick herausgestellten Theorien nachgegangen.

Petra Brüning, M.A. wurde 1968 in Ibbenbüren geboren. Ihr Studium der Literaturwissenschaft, Geschichte und Psychologie an der FernUniversität in Hagen schloss sie 2012 mit dem akademischen Grad der Magistra Artium erfolgreich ab. Ihr Interessenschwerpunkt liegt in der vergleichenden Untersuchung verschiedener Funktionsweisen von Texten, Zeichnungen und Filmen. Zusätzlich widmet sie sich dem kreativen Schreiben und dem Illustrieren. Sie ist als Dozentin und Autorin tätig.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 98
    Erscheinungsdatum: 01.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842844025
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 1851kBytes
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Die Knopp-Show bei Wilhelm Busch: Funktionsweisen der Komik in Wilhelm Buschs Knopp-Trilogie

Textprobe: Kapitel 3.1, Die Bühnenshow: Ein elementares Merkmal der Trilogie ist die Synchronizität von Text und Bild. Die Kooperation dieser beiden Darstellungsmittel ist oftmals ausschlaggebend für das Entstehen von Komik. Der Rezipient erhält während des Lesens und Betrachtens den Eindruck, sich vor einer Theaterbühne eingefunden zu haben. Mit welchen Mitteln dieser Eindruck generiert wird und was das für die Komik bedeutet, wird in diesem Kapitel dargelegt. Die Zeichnungen vermitteln den Eindruck einer Bühnenbetrachtung, da sie wie bei einer dramatischen Aufführung über das Sehen direkt erfasst werden können. Sie benötigen nicht wie ein Text die Übersetzung der Buchstaben in Bilder mit Hilfe der Imagination. Zwar fehlt den Zeichnungen der Knopp-Trilogie im Vergleich zur Bühne die durchgängige Bewegungsdarstellung, denn die Bilderfolgen präsentieren sich sprunghaft, unter Auslassung einzelner Bewegungsabläufe, doch teilen sie die Anschaulichkeit mit der dramatischen Aufführung. Auffallend sind zudem die Buchausgänge: es wird jedes Mal ein Bühnenvorhang zugezogen. Im Unterschied zur Bühne handelt es sich in ihrer Überzogenheit um karikaturenhafte Zeichnungen, die aufgrund ihres Gezeichnetseins und unter Hervorhebung der Linie einen Realitätsverlust aufweisen, die aber dadurch nicht ihre Anschaulichkeit einbüßen. Die Überzeichnung hingegen schafft Komik aus sich selbst heraus, da nach Bergson ein übertrieben gezeichneter Körper vom Seelischen, Lebendigen ablenkt hin zu einem steifen Mechanismus beziehungsweise nach Jünger die Norm des Schönen verletzt. Die Zeichnungen enthalten Groteskes und Marionettenhaftes, sodass es vorkommt, dass Kleidungsstücke den Bewegungen der Figur steif hinterherhinken. Sie sind reduziert auf das Wesentliche, vermitteln 'gestische Dynamik und den Konturenverlauf.' Dadurch vermitteln sie, wie der Text, zum einen Schwung und Heiterkeit und erhöhen andererseits durch ihre Konzentration auf das Wesentliche die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das aussagekräftige Detail, wie zum Beispiel der Ringelschwanz an Knopps Frack oder die blutige, tropfende Regenschirmspitze. Diese Realitätsferne steht nicht dem direkten, dramengleichen Erfassen entgegen und gebiert gleichzeitig Komik aus sich selbst heraus. Laut Schury hat Busch selbst seine Werke mit einem 'Papiertheater' verglichen. Das bedeutet: die Figuren sind konstruierte Kunstfiguren, doch die Darstellungsart ist die des Theaters. Im Gegensatz zur Bühne kann der Betrachter der Trilogie autonom darüber entscheiden, wie schnell er die Geschichte passieren lässt und wie genau er die Bilder nach Zusatzinformationen durchsucht. Diese teilweise nicht sofort ersichtlichen Hinweise sind - wie noch zu zeigen sein wird - nicht ohne Bedeutung für die Komik in der Knopp-Trilogie. Trotz des generell statischen Moments einer Zeichnung gelingt es Busch, die Statik des einzelnen Bildes teilweise zu durchbrechen. Der präzise Augenblick, der auf einem Bild festgehalten wird, wird in vielen Zeichnungen der Knopp-Trilogie um einen kurzen zeitlichen Moment verlängert. Mit Hilfe von senkrechten Linien zeichnet Busch den Weg ein, den Flüssigkeiten aus umkippenden Gefäßen nehmen. Schräg gezeichnete Gegenstände und Personen animieren den Betrachter, das angedeutete Fallen in seiner Fantasie zu einem vollendeten zu Ende zu denken. Das zeichnerische Andeuten von folgenden Momenten ist nicht das einzige Mittel, mit dem Busch einen Bewegungsfluss darstellt. Auch die aus zeitlich eng beieinander liegenden Handlungsabschnitten erstellte Bilderfolge unterstützt dies, da sie einen relativ durchgängigen Bewegungsablauf innerhalb dieser Bildsequenz suggeriert. Nicht nur die Anschaulichkeit und die Übertragung des transitorischen Mittels auf die Zeichnungen rückt diese in die Nähe der dramatischen Aufführung. Ebenso trägt die Perspektive, aus der die Zeichnungen betrachtet werden, dazu bei, dass der Betrachter sich im Zuschauerraum eine

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