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Karl Bühler: Sprache und Denken von Bühler, Karl (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.12.2014
  • Verlag: Herbert von Halem Verlag
eBook (PDF)
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Karl Bühler: Sprache und Denken

Der Band 'Sprache und Denken' versammelt erstmalig alle denkpsychologischen Frühschriften von Karl Bühler. Dieser Teil seines Werks leistete einen bedeutenden Beitrag zur Würzburger Schule - von Franz Brentano über Oswald Külpe bis zu all deren herausragenden Schülern?wie etwa Anton Marty, Edmund Husserl, Christian von Ehrenfels oder Carl Stumpf. Karl Bühlers denkpsychologische Arbeiten führten nicht nur zu der sogenannten ?Wundt-Kontroverse?, die den jungen Privatdozenten quasi über Nacht berühmt machte. Sie bildeten ebenso die Grundlagen der kognitiven Wissenschaften und damit auch für Bühlers Meisterwerk 'Sprachtheorie'. Die Kommunikationswissenschaft wäre ohne ihre denkpsychologischen Fundamente kaum vorstellbar.

Achim Eschbach ( 1948 in Eschweiler) studierte Philosophie, Germanistik, Politologie und Soziologie an der RWTH-Aachen und promovierte dort 1975 zum Thema 'Pragmasemiotik und Theater'. Seine Habilitation legte er für die Fächer Semiotik, Sprachphilosophie und Wissenschaftsgeschichte an der Universität Essen ab. Nach Gastprofessuren an der Universität Tokyo und der Janos Pannonius Universität Pécs nahm er einen Ruf auf eine Professur für Kommunikationswissenschaft in Essen an. Von 1985 - 1987 war er Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Semiotik. Als Tagungspräsident leitete Eschbach den fünften internationalen Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Semiotik in Essen. Achim Eschbach ist leiter des Editions-Projektes 'Karl Bühler' an der Universität Duisburg-Essen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 376
    Erscheinungsdatum: 15.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783869621531
    Verlag: Herbert von Halem Verlag
    Größe: 19995kBytes
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Karl Bühler: Sprache und Denken

Über die Tieferlegung der Fundamente. Einleitung des Herausgebers

VON ACHIM ESCHBACH

Nach einer langen Phase eher verhaltener Rezeption, erzwungen durch Vertreibung durch die Nazis, Verlust des vertrauten muttersprachlichen Kontextes und abgeschnitten von weiten Teilen der Fachliteratur, setzte vor ca. 30 Jahren eine Bühler-Renaissance ein, die vor allen Dingen von den verdienstvollen Übersetzern von Karl Bühlers Sprachtheorie , den Herausgebern diverser Sammelbände und den Autoren immer zahlreicherer Zeitschriftenaufsätze eingeleitet und getragen wird (vgl. die Literaturverzeichnisse in ESCHBACH 1984; ESCHBACH/HALAWA 2006 sowie BÜHLER 2012). War damit erst einmal der Blick zurück auf Bühlers Meisterwerk gerichtet, blieb dennoch ein großes Stück Arbeit unerledigt: Dieses Meisterwerk war nicht plötzlich und unerwartet vom Himmel gefallen, sondern - wie Bühler selbst betont - in 25-jähriger Arbeit akribisch vorbereitet worden, was mit den Schriften zur Sprachtheorie (BÜHLER 2012) anschaulich unter Beweis gestellt wird: Karl Bühler hat seine Sprachtheorie auf einem soliden Fundament errichtet, weshalb es zum besseren Verständnis der Sprachtheorie äußerst nützlich und hilfreich ist, Bühler auf seinem Denkweg zu begleiten.

Nun gibt es bei Bühler noch eine zweite charakteristische Denkbewegung, die nicht die Stufenleiter hinaufführt, sondern in seiner kennzeichnenden Redeweise der Tieferlegung der Fundamente dient. Wir sind dieser zweiten Bewegung im Frühjahr 2014 bei dem von Janette Friedrich und Friedrich Stadler in Wien organisierten Symposium nachgegangen, bei dem es im Kern um Bühlers Krise der Psychologie (BÜHLER 1927) ging. Neben vielen anderen Ergebnissen hat dieses Wiener Symposium zu dem wichtigen Resultat geführt, dass die in der Krise der Psychologie (1927) vorgestellte Axiomatik in nuce die Umrisse einer kritischen Kommunikationswissenschaft enthält, worauf bereits der Bonner Kommunikationswissenschaftler Gerold Ungeheuer (1960) in seinem Beitrag zu Jacobson-Festschrift hingewiesen hat.

Das zweite Resultat des Wiener Symposiums ist allerdings nicht weniger bedeutsam, insofern es speziell im Kapitel der Krise aus der Stoffdenkerei und Freuds immerwährender Tendenz zu individualpsychologischen Argumentationen herausführen sollte. Der erste Punkt ist leicht zusammengefasst. Der Schluss von Materiellem auf Immaterielles ist schlicht unzulässig, eine Stoffentgleisung. Bühler hat die Notwendigkeit einer strikt gesonderten Behandlung des materiellen und des immateriellen Aspekts vor allem in seinem Aufsatz Phonetik und Phonologie (vgl. BÜHLER 2012) herausgearbeitet.

Der zweite Punkt ist keineswegs weniger spektakulär, obwohl sich seit mindestens 100 Jahren prominente Kronzeugen gegen den individualpsychologischen Ansatz aufrufen lassen: Charles Sanders Peirce, John Dewey, George Herbert Mead, Alfred Schütz usw. haben sich in teils heftiger Weise gegen die individualpsychologische Perspektive gewandt oder um mit Peirce zu sprechen:

Hier interessiert uns zunächst nur, "daß der Mensch nicht ganz ist, solange er einzeln ist, daß er wesenhaft ein mögliches Mitglied der Gesellschaft ist. Insbesondere: eines Menschen Erfahrung ist nichts, wenn sie allein steht. Wenn er sieht was andere nicht sehen können, so nennen wir es eine Halluzination. Es ist nicht 'meine' Erfahrung, sondern 'unsere' Erfahrung, was Gegenstand des Denkens zu sein hat; und dieses 'uns' hat unbegrenzte Möglichkeiten" (Peirce, zit. nach VON KEMPSKI 1992: 205).

Vielleicht sollten wir einfach abwarten, was die Publikation von Bühlers Sozialpsychologie erbringt und dann die Diskussion in aller Gründlichkeit und Breite aufnehmen, wozu alle Soziosemiotiker jeglicher Couleur herzlich eingeladen sind.

Die 'Tieferlegung der Fundamente' ist für

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