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Mia Meyer - eine Heidedichterin in der Mark Brandenburg 1925-1945 Spuren 19 - Schriftenreihe zur Geschichte Bienenbüttels und der Ortsteile von Holst, Axel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.05.2016
  • Verlag: Books on Demand
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Mia Meyer - eine Heidedichterin in der Mark Brandenburg 1925-1945

Mia Meyer wurde 1894 auf einem Bauernhof im Dorf Beverbeck bei Bienenbüttel geboren und durchlief dort die einklassige Volksschule bis zum Besuch einer Berufsschule für Mädchen in Hamburg, den sie wegen Erkrankung der Mutter abbrechen musste. Schon früh zeigte sich ihre Begabung, in kleinen Gedichten und Geschichten die Ereignisse in ihrer Familie und Umgebung festzuhalten. Sie heiratete 1925 den Ingenieur Hermann Meyer und zog mit ihm aus beruflichen Gründen nach Beeskow/Mark. Nachdem sie ab 1922 in Beverbeck Texte für die Freunde und Familie geschrieben hatte, veröffentlichte sie 1926 erstmalig in Beeskow in der Tageszeitung und im Kreiskalender fast zehn Jahre hindurch eine Vielzahl an Gedichten und Erzählungen. Weihnachten 1930 fasste sie ihre plattdeutschen Gedichte in einer Sammlung für ihre Eltern zusammen und 1932 ihre hochdeutschen Gedichte als Privatdruck im Sammelband 'Feierstundenträumereien'. Fast alle diese Texte sind bis heute in ihrer Heimat unbekannt. Diese Lücke schließt nunmehr der SPUREN-Band 19.

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Mia Meyer - eine Heidedichterin in der Mark Brandenburg 1925-1945

I. Mia Meyers Biographie 1894 - 1948

Marie Dorothea Meyer (Mia Meyer) wird am 5. November 1894 in Beverbeck geboren als zweites von sechs Kindern des Landwirts Johann Meyer, zeitweilig Bürgermeister von Beverbeck und Mitbegründer der dortigen Freiwilligen Feuerwehr, und seiner Ehefrau Anna Catharine Marie, geborene Vick, aus Steddorf. Von den sechs Kindern sterben drei bereits im ersten Lebensjahr, und auch Marie muss bei ihrer Geburt sehr schwach gewesen sein, denn sie erhält eine Nottaufe durch die Hebamme. Sie wächst auf mit den beiden Brüdern Alfred, geboren 1899, und Wilhelm, geboren 1900, von denen Alfred im 1. Weltkrieg 1918 in Flandern fällt, woran noch heute ein Gedenkstein auf dem Hof erinnert. Der jüngere Wilhelm erbt den seit 1559 im Familienbesitz befindlichen Hof . 1

Mia Meyer ( rechts sitzend) mit Eltern und Brüdern auf dem Hof in Beverbeck vor 1918 (Bild aus Privatbesitz Dr. Uwe Meyer)

Mia Meyer besucht acht Jahre lang zusammen mit ihrer lebenslangen Freundin Frieda Kruse, verehelichte Harms, aus Grünewald die einklassige Volksschule in Beverbeck unter dem Lehrer Heinrich Meyer und dem Schulinspektor Pastor Haentzsche aus Bienenbüttel, der sie später auch konfirmieren und trauen wird, und zu dem sie bis zu seinem Tod 1937 Kontakt hält. Nach Beendigung der Schule arbeitet sie zunächst ohne eine Ausbildung auf dem elterlichen Hof. Auf eigenen Wunsch besucht sie dann nach Ende des 1. Weltkriegs die Gewerbeschule in Hamburg. Diese Ausbildung muss sie jedoch trotz sehr guter Zensuren wegen einer längeren Krankheit der Mutter und der dadurch notwendigen erneuten Mitarbeit auf dem elterlichen Hof abbrechen. 2

Jugendbildnis von Mia Meyer aus der Beverbecker Zeit 1915
(Bild aus dem Privatbesitz von Dr. Uwe Meyer)

Zeugnis Mia Meyers von der Gewerbeschule für Mädchen Hamburg-St. Georg 1919/20
(Aus dem Privatbesitz von Dr. Uwe Meyer)

Aus dieser Hamburger Zeit hat sie viele Freundschaften, die teilweise bis an ihr Lebensende halten.

Am 16. Oktober 1925 heiratet sie in Bienenbüttel vor Pastor Haentzsche den vier Jahre älteren Hermann Meyer von einem Bauernhof in Melbeck, der nach seiner Ausbildung zum Wiesenbaumeister in Suderburg und Bromberg/Westpreußen eine Anstellung am Wasserwirtschaftsamt Beeskow/Mark erhält. Dieses Beeskow wird für die nächsten zwanzig Jahre ihre neue Heimat, und hier bauen beide unter Verwendung der Mitgift aus den beiden Höfen ihr neues Heim.

Das neue Haus in der Schützenstrasse 8 in Beeskow (Bild aus Privatbesitz Dr. Uwe Meyer)

In das nimmt Mia Meyer auch junge Mädchen auf, die wie sie selbst keine Berufsausbildung haben und diese durch den Besuch der Handelsschule in Frankfurt/Oder nachholen wollen. Aus ihrer Heimatregion holt sie u.a. ihre Cousine Anni Vick aus Steddorf sowie ihre Nichte Aenne Peters aus Lüneburg nach Beeskow, damit sie in Frankfurt/Oder die Handelsschule besuchen können.

Sie selbst leidet zeitlebens darunter, keine Berufsausbildung abgeschlossen zu haben und beschreibt das mit einer gewissen Verbitterung später in dem (undatierten und ungedruckten) Gedicht "Die Frau ohne Beruf":

"Ohne Beruf" so stand es im Paß.

Mir wurden fast die Augen naß.

"Ohne Beruf" war da zu lesen.

Und sie ist doch das nützlichste Wesen!

Nur für andere zu sinnen, zu sorgen

Ist ihr Beruf vom frühen Morgen

Bis in die Tiefe der kargen Nacht,

nur für der Ihren Wohl bedacht.

Gattin, Mutter, Hausfrau zu sein,

schließt das nicht alle Berufe ein?

Als Köchin von allen Lieblingsspeisen,

als Packer, wenn es geht auf Reisen,

als Chirurg, wenn ein Dorn sich im Finger versplittert,

Schiedsmann bei Kämpfen erbost und erbittert,

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